Die Haftpflichtversicherung von Drohnen

Für jede Drohne (unbemanntes Luftfahrtgerät - unmanned aircraft vehicle / UAV) unabhängig vom Gewicht, muss eine Haftpflichtversicherung nach den Vorschriften gemäß § 33 ff. LuftVG (Haftungshöchstbetrag § 37 Abs. 1a) in Verbindung mit § 101 ff. LuftVZO abgeschlossen sein. Da es sich jeweils um den Betrieb eines Luftfahrzeugs handelt, sind Unfälle, die von Drohnen verursacht werden, in der Regel nicht über eine allgemeine Haftpflichtversicherung abgedeckt. Vielmehr ist eine sogenannte Halter-Haftpflichtversicherung erforderlich. Ein entsprechender Versicherungsnachweis ist bei Antragstellung vorzulegen.

 

Seit dem 07.04.2017 ist die neue Drohnen-Verordnung in Kraft getreten. Die Drohnen-Verordnung umfasst umfangreiche Regelungen und Vorschriften zum Betrieb von unbemannten Fluggeräten – etwa Drohnen und Multikoptern. Seit dem 01. Oktober 2017 besteht darüber hinaus für alle Drohnen ab 0,25 kg nach § 19 Abs. 3 LuftVZO eine sog. Kennzeichnungspflicht (der Eigentümer hat an sichtbarer Stelle seinen Namen und seine Anschrift in dauerhafter und feuerfester Beschriftung an dem Fluggerät – fest mit diesem verbunden – anzubringen).

 

Die Regeln zum Fliegen einer Drohne sind insbesondere nach Gewicht des Flugkörpers gestaffelt. Unter dem Gewicht versteht man das Abfluggewicht der Drohne (das Gesamtgewicht inklusive Kamera, Gimbal, Akku und Co.).

 

Die Drohnen-Regeln seit dem 07.04.20217 gelten für den Betrieb von Drohnen außerhalb von Modellflugplätzen. Drohnen-Flüge innerhalb von Modellflugplätzen bleiben von der Neuregelung weitestgehend unberührt – lediglich die Kennzeichnungspflicht ist hier ebenfalls erforderlich.

 

Für Drohnen über 2 kg Abflugmasse, beim Betrieb von Nicht-Multicoptern (z. B. Modellflugzeug, Modellhelikopter) über 100 m Höhe oder ab einer Risikostufe 3 gem. SORA ist ein Kenntnisnachweis gem. § 21a Abs. 4 LuftVO (Drohnenführerschein) erforderlich.

 

Der Nachweis wird erbracht durch:

 

  1. eine gültige Erlaubnis als Luftfahrzeugführer
  2. eine Bescheinigung über eine bestandene Prüfung von einer nach § 21d LuftVO vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannten Stelle. Die Bescheinigung einer vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannten Stelle nach § 21a Absatz 4 Satz 3 Nr. 2 LuftVO wird von dieser nach Bestehen einer Prüfung ausgestellt. Die Bescheinigung gilt fünf Jahre;
  3. eine Bescheinigung über eine erfolgte Einweisung durch einen beauftragten Luftsportverband oder einen von ihm beauftragten Verein nach § 21e LuftVO ausschließlich für die Nutzung zu Sport- und Freizeitzwecken. Ein Kenntnisnachweis ist nicht erforderlich, sofern der Betrieb auf einem genehmigten Modellfluggelände stattfindet, für das eine Aufsichtsperson bestellt worden ist.

Neben dem Drohnenführerschein ist für die Erteilung einer Betriebserlaubnis oder einer Ausnahme vom Betriebsverbot zusätzlich ein praktischer Nachweis über den sicheren Umgang mit unbemannten Fluggeräten (Befähigungsnachweis) vorzuweisen. Diesen erhält man i.d.R. durch ein Seminar oder eine Schulung für Multicopter (idealerweise bei einer anerkannten Stelle), eine praktische Einweisung durch den Händler oder eine Flugprüfung in einem Modellflugverein. Alternativ reicht auch eine andere Fluglizenz oder eine mindestens 3 Monate alte Allgemeinerlaubnis eines anderen Bundeslandes, optional mit zusätzlich eingereichtem Flugbuch.

 

Grundsätzlich zu unterscheiden gilt es die Betriebserlaubnis gem. § 21a LuftVO und die Ausnahmeerlaubnis von Betriebsverboten gem. § 21b LuftVO im vereinfachten oder sonstigen Verfahren. Beide Arten können im Einzelfall oder auch allgemein erteilt werden, sofern ein wichtiger Grund die Ausnahme rechtfertigt. Die Verbote und Pflichten gelten sowohl für privat genutzte Drohnen als Flugmodell (Sport- und Freizeitzweck) als auch für gewerblich oder sonstig genutzte Drohnen als unbemanntes Luftfahrtsystem. Die gewerbliche Nutzung allein begründet keine Erlaubnispflicht.

Eine Betriebserlaubnis wird neben vielen weiteren Punkten erforderlich z.B. erforderlich bei Drohnen mit mehr als 5 kg Startmasse.

 

Es gibt auch zahlreiche Verbote beim Betrieb von Drohnen, z.B. der Betrieb außerhalb der Sichtweite für Geräte unter 5 kg, der Betrieb in Flughöhen über 100 m oder der Betrieb über und in einem seitlichen Abstand von 100 m von Menschenansammlungen, Unglücksorten, Katastrophengebieten etc.

 

Einige Betriebs- und Berufs-Haftpflichtversicherer (z.B. Allianz, AXA, VHV) haben zwischenzeitlich in ihre Versicherungsbedingungen eine Regelung zur Mitversicherung von Drohnen aufgenommen.

Dort wird z.B. die Mitversicherung aus dem Gebrauch von Flugdrohnen ohne Verbrennungsmotor mit einem Gesamtgewicht bis zu 5 kg im Rahmen der Berufsausübung geregelt. Häufig bestehen jedoch Einschränkungen zum Versicherungsschutz, wie reduzierte Deckungssummen und Begrenzung auf Schäden im Inland.

 

Sollten Sie eigene Drohnen gewerblich oder auch privat im Gebrauch haben, sprechen Sie uns bitte in jedem Fall dazu an. Wir klären für Sie den Versicherungsschutz mit Ihrem Haftpflichtversicherer.