Aktuelles zur betrieblichen Altersvorsorge

Zum 01.01.2018 ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) in Kraft getreten. Der Gesetzgeber hat damit die betriebliche Altersvorsorge (bAV) weiter gestärkt und Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer geschaffen.

 

Wir hatten über das BRSG in unseren Newslettern bereits mehrfach berichtet. Auf zwei Eckpunkte des Gesetzes, die aktuell besonders wichtig sind, wollen wir nachfolgend noch hinweisen.

 

Verpflichtender Arbeitgeberzuschuss bei Entgeltumwandlung

Für Neuzusagen ab dem 01.01.2019 ist ein Arbeitgeberzuschuss von 15% verpflichtend, sofern der Arbeitgeber durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart. Der Arbeitgeber muss also 15% des umgewandelten Entgelts zusätzlich in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds einzahlen.

Diese Verpflichtung entfällt, wenn die Entgeltumwandlung im Rahmen von Direkt- und Unterstützungskassenzusagen erfolgt.

Für bereits vor dem 01.01.2019 vereinbarte Entgeltumwandlungen gilt eine Übergangsfrist bis zum 01.01.2022. Erst dann muss der verpflichtende Arbeitgeberzuschuss gezahlt werden.

Die auf dem gesetzlich verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss zur Entgeltumwandlung beruhende Betriebsrentenanwartschaft ist unverfallbar.

 

Steuerliche Förderung für Geringverdiener

Mit dem BRSG wurde zum 01.01.2018 ein bAV-Förderbetrag zur betrieblichen Altersversorgung eingeführt. Dieser Förderbetrag ist ein staatlicher Zuschuss, den der Arbeitgeber erhält, wenn er Arbeitnehmern mit einem monatlichen Bruttoarbeitslohn von max. 2.200 EUR eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt.

 

Gefördert werden Arbeitgeberbeiträge in eine bAV von mind. 240 EUR bis max. 480 EUR pro Kalenderjahr. Dieser bAV-Förderbetrag, den ausschließlich der Arbeitgeber erhalten kann, beträgt im Kalenderjahr 30 % des zusätzlichen Arbeitgeberbeitrags in die bAV, jedoch höchstens 144 EUR. Der bAV-Förderbetrag wird dem Arbeitgeber durch eine Verrechnung mit der von ihm abzuführenden Lohnsteuer gewährt. Somit steht dem Arbeitgeber dieser Betrag innerhalb kurzer Zeit bereits zur Verfügung.

 

Neben dieser Sonderförderung verbleibt darüber hinaus der Restbeitrag (bAV-Beitrag abzgl. Förderung) als Betriebsausgabe abzugsfähig, so dass sich beispielsweise aus 240 EUR bAV-Beitrag p. a. im Schnitt eine Arbeitgeberbelastung von nur noch rund 118 EUR ergibt.

 

Die Förderung ist auf Zusagen, nach dem 31.12.2016 begrenzt. In Fällen, in denen der Arbeitgeber bereits im Jahr 2016 einen zusätzlichen Arbeitgeberbeitrag an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung geleistet hat, ist der bAV-Förderbetrag auf den Betrag beschränkt, den der Arbeitgeber ab dem 01.01.2017 über den vorherigen Beitrag hinaus leistet.