Wirtschaftskriminalität: Tabuthema eigene Mitarbeiter

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat vor einigen Tagen interessante Zahlen zu dem Thema veröffentlicht. Demnach werden jährlich etwa zehn Prozent aller deutschen Unternehmen Opfer krimineller Mitarbeiter. Nach Einschätzung von Experten ist dies allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Die tatsächlichen Zahlen liegen wohl deutlich höher, wobei die Tendenz seit Jahren steigend ist.

 

So geht man davon aus, dass für deutsche Unternehmen jedes Jahr Schäden in Höhe von ca. 50 Milliarden Euro entstehen, die durch eigene Mitarbeiter verursacht wurden. Darüber hinaus wirken sich derartige kriminelle Handlungen negativ auf das Ansehen bei Kunden und Geschäftspartnern aus.

 

Weil die Belegschaft in der Regel einen Vertrauensvorschuss genießt und die Sicherheitslücken im Betrieb kennt, können interne Täter ihre Arbeitgeber oftmals um hohe Beträge schädigen. Wenn grenzenloses Vertrauen missbraucht wird, kann es für den Arbeitgeber teuer werden.

 

Die GDV-Fachleute bewerten insbesondere mittelständische Unternehmen als viel zu sorglos. Dabei ist es grundsätzlich für alle Unternehmen absolut notwendig, effektive und wirksame Kontrollsysteme aufzubauen sowie sensible Bereiche doppelt abzusichern. Ein striktes Vier-Augen-Prinzip sollte in jedem Unternehmen gelten.

 

Ein funktionierendes Compliance-Management bedeutet für Unternehmen einen sehr wichtigen Schutz. Zum einen werden kriminelle Machenschaften erschwert und zum anderen beugen Geschäftsführer und Vorstände etwaigen Haftungsansprüchen vor.

 

In der Regel ist bei kriminellen Mitarbeitern nach deren Entlarvung kein Geld mehr zu holen. Daher ist zusätzlich zu den beschriebenen Maßnahmen eine Vertrauensschadenversicherung sinnvoll. Diese schützt das Unternehmen vor Vermögensschäden aus unerlaubten Handlungen, die von Betriebsangehörigen oder sonstigen Vertrauenspersonen des Unternehmens begangen werden.