bAV - Irrtümer und Richtigkeiten

 

Immer wird von der Presse das Thema „Betriebsrenten“ aufgegriffen. Häufig lassen diese Beiträge die Leser verunsichert zurück. Der Grund dafür ist, dass das Thema bAV – wohl aufgrund seiner Komplexität – von den Autoren nur oberflächlich dargestellt wird. Sind diese Artikel dann nicht vollständig recherchiert (und häufig sind die Autoren eben keine Fachleute), dann zieht das ganz automatisch Rückfragen der Leser/ Arbeitnehmer nach sich. Und aus diesen Rückfragen kann dann schnell auch eine Verunsicherung für die Leser/ Arbeitnehmer entstehen.

 

Die häufigsten gestellten Aussagen wollen wir an dieser Stelle einmal etwas näher unter die Lupe nehmen.

 

Aussage 1: „Es gibt keine Steuer- und Sozialversicherungsersparnis, sondern lediglich eine Verschiebung auf das Rentenalter!“

 

Richtig an dieser Aussage ist, dass eine Betriebsrente im Altersbezug versteuert und in der Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung verbeitragt werden muss.

 

Richtig, aber in der Aussage leider nicht enthalten, ist jedoch auch, dass Rentner i. d. R. einen viel niedrigeren persönlichen Steuersatz haben als zu Erwerbszeiten.

 

Und: für die gesetzlich Pflichtversicherten gilt in der Krankenversicherung eine monatliche Freigrenze und Freibetrag.

 

Aussage 2: „Eine Entgeltumwandlung mindert die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung!“

 

Diese Aussage stimmt pauschal so nicht. Richtig ist, dass durch eine Entgeltumwandlung zunächst die Bemessungsgrundlage für die gesetzliche Rente gemindert werden kann, wenn der Verdienst nicht oberhalb der Bemessungsgrundlage (BBG) liegt. Das dürfte in vielen Fälle so sein.

 

Richtig ist aber auch, dass in Konstellationen, bei denen der Verdienst vor und nach der Umwandlung oberhalb der BBG bleibt, die Bemessungsgrundlage nicht gemindert wird!

 

Und selbst wenn die Bemessungsgrundlage durch eine Entgeltumwandlung gemindert wird, lohnt sich der Blick auf die Details. Wie hoch ist die Minderung tatsächlich? Dies lässt sich u. a. mit den Vorsorge-Rechnern der Versicherer ermitteln.

 

In den allermeisten Fällen wiegt die zu erwartende Betriebsrente den Verlust von gesetzlichen Rentenansprüchen um ein Vielfaches auf.

 

Aussage 3: „Eine Entgeltumwandlung mindert die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung!“

 

Und als drittes, fehlt bei der auch unter 2. genannten Aussage der Hinweis, dass der Arbeitgeber gemäß § 1a Abs. 1a BetrAVG einen Zuschuss zur Entgeltumwandlung (in den versicherungsförmigen Durchführungswegen, z.B. in der Direktversicherung) leisten muss – soweit er durch diese Sozialversicherungsbeiträge einspart.

Diesen Zuschuss gibt es nur in der betrieblichen Altersversorgung, nicht bei privat finanzierten Rentenversicherungen!

 

Sicherlich sollte in jedem Fall eine Betrachtung der persönlichen individuellen Kundensituation vorgenommen werden. Diese kann dann die Vorteile einer bAV einschließlich der sozialversicherungsrechtlichen „Nebenwirkung“ einer Entgeltumwandlung aufzeigen und für Transparenz mit entsprechenden Berechnungen sorgen.

 

Unser Fazit:

 

Die bAV ist und bleibt das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, Lücken der gesetzlichen Rente zu schließen. Artikel die belegen wollen, dass sich die bAV nicht lohnt, bleiben alle die Antwort schuldig, welcher der bessere Weg ist. Und das mit gutem Grund – es gibt nämlich keinen!