Aktuelle Lage in der Baukonjunktur

Nach Information des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) ist die Bauwirtschaft dank hoher Auftragsbestände zu Jahresbeginn glimpflich durch das Jahr 2020 gekommen. Die Erwartungen für das kommende Jahr sind allerdings deutlich verhaltener.

 

Für 2020 wird derzeit mit einem Jahresumsatz in Höhe von 138 Mrd. EURO gerechnet, was ein Plus von nominal 2 % (real ca. -1 %) bedeutet. In 2021 wird ein Umsatzminus von 1 % (real -3 bis -4 %) erwartet, wobei die „Verteilung“ auf die einzelnen Bausegmente recht unterschiedlich ausfällt.

 

Für den Wohnungsbau wird für 2020 ein Umsatzwachstum von ca. 4 % auf 51 Mrd. EURO erwartet und auch die Perspektive für das Jahr 2021 bleibt insgesamt aufwärtsgerichtet, wofür die anhaltend hohe Nachfrage sowie ein ohnehin hoher Genehmigungsüberhang sprechen. Die Umsatzentwicklung wird im Maß der Preisentwicklung von ca. 3 % real auf dem hohen Niveau des laufenden Jahres erwartet. Hierzu haben nicht zuletzt die nach dem Wohnungsgipfel umgesetzten Maßnahmen zu Sonderabschreibungen im Mietwohnungsbau sowie zum Baukindergeld positiv auf die Nachfrage ausgewirkt.

 

Im Wirtschaftsbau hingegen haben sich die Corona-Auswirkungen in dem Sinne deutlich niedergeschlagen, dass seit März die Nachfrage in jedem Monat unterhalb des Vorjahresniveaus liegt und so kumulativ zum Vorjahr fast 6 % fehlen, was einem Ordervolumen von gut 1,3 Mrd. EURO entspricht. Besonders der Wirtschaftshochbau hat im Jahresverlauf deutlich nachgelassen, und die Umsatzeinbrüche in Industrie und Dienstleistung schlagen sich in der zurückhaltenden Investitionsbereitschaft nieder.

 

Im Bereich Öffentlicher Bau hofft die Bauwirtschaft, dass die öffentliche Hand ihre besondere Rolle in der jetzigen Situation als Bauherr aktiv wahrnimmt und als Ausgleich für den Wirtschaftsbau dient. Speziell im Straßenbau hofft man auf zügige Vergabe von konkreten Projekten.

 

Die Beschäftigungsentwicklung ist äußerst positiv. In den letzten 10 Jahren konnte die Anzahl der Beschäftigten (Ende 2020 ca. 875.000) um mehr als 20 % gesteigert werden und zeigt, dass die nachhaltige Baunachfrage den Unternehmen Zuversicht gibt, verstärkt in neue Mitarbeiter zu investieren und diese auch selbst auszubilden. Dieser Trend wird auch für 2021 erwartet, da einer Unternehmensbefragung des ZDB zufolge 20 % der Unternehmen planen, die Zahl der Beschäftigten zu erhöhen.